Die Schweiz hat tausende von Kilometern wunderbarer Radwege. Für den Freizeitradfahrer. Für Ausflügler. Für Familien. Für Sportlerinnen. Durch Täler und auf Hügeln, jenseits der der Städte, vorbei an Dörfern kann man unser schönes Land auf zwei Rädern durchqueren. Man kann 100 km weit fahren und am Abend doch nur 20 km Luftlinie vom Ausgangspunkt aus landen. Das ist schön, aber nicht nützlich, wenn man auf direktem Weg von A nach B kommen will. Diese Radrouten sind eine touristische Meisterleistung, leisten aber keinen Beitrag dazu, dass der Veloverkehr auch im Alltag funktionieren kann.
Ich habe als Jugendliche meine Ferien mit Freunden radelnd im schönen Jura verbracht. Hügel rauf. Hügel runter. Quer über Felder. Wunderschön. Am Abend waren wir 15 Autobahnkilometer vom Ausgangspunkt  entfernt obwohl unsere Pobacken wund waren und wir mehr als 80 km und 800 Höhenmeter zurückgelegt hatten. Für Ferien ideal, fürs tägliche Leben unbrauchbar.FullSizeRender

Der Schweiz fehlt ein Alltagsvelonetz. Velobahnen. Durchgehende Velostreifen und Sicherheit in den Städten. Direktverbindungen für Radfahrerinnen von A nach B. Wenn wir das Verkehrsproblem der Schweiz lösen wollen, dann müssen wir endlich die Velofahrer im Strassenverkehr bevorzugen. Ampelanlagen so programmieren, dass sie sich nach den Velofahrern ausrichten, Velobahnen bauen, welche die Städte mit den Agglomerationen verbinden und Stadt mit Stadt verbinden. Velobahnen hin zu den Ausbildungsstätten und zu den Bahnhöfen. Die Schweiz braucht nicht mehr Autobahnen, die Schweiz braucht mehr Velobahnen.