Ich bin eine junge #Mutter wie jede andere. Ich stille meinen kleinen Sohn, wie das tausende andere junge Mütter tun. Ich bin politisch aktiv, wie viele andere. Aber als junge Mutter bin ich im #Bundeshaus eine Exotin, obwohl es eigentlich nichts unexotischeres gibt als Eltern-Sein.

Das zeigt, dass Frauen und junge Eltern in der #Politik noch immer untervertreten sind und das Bundeshaus und die Sitzungszeiten auf vieles abgestimmt sind – zum Beispiel auf Parlamentarier, die aus der ganzen Schweiz anreisen – aber nicht auf Familien-Parlamentarier_innen. Die dreiwöchigen Sessionen mit ihren langen Tagen sind nicht familienfreundlich. Das wunderschöne Bundeshaus hat zwar ein Raucherzimmer, kennt aber weder ein Spielzimmer, noch ein Wickelzimmer (obwohl man mir umgehend ein Wickelzimmer im Sanitätszimmer eingerichtet hat auf Nachfrage, was ich sehr zu schätzen weiss). Es gibt nicht einmal eine Bundeshaus-#Kita und das obwohl es unter den hunderten von Bundesangestellten viele #Mütter und #Väter hat und es sicher auch Journalistinnen und Parlamentarier gibt, die froh wären, wenn sie während den langen Sitzungstagen ihren Nachwuchs ausnahmsweise mal im Bundeshaus betreuen lassen könnten.

Deshalb braucht es nicht nur mehr #Job-Sharing im Beruf, mehr #Teilzeitstellen für Männer, mehr #Frauen und #Eltern mit kleinen Kindern in den Chefetagen, sondern es braucht auch ganz einfach mehr Frauen im Bundeshaus. Dann beschleunigt sich endlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, verringert sich der Fachkräftemangel und kriegen Eltern auch in der Schweiz eine #Elternzeit, damit sie sich die #Rollen innerhalb der #Familie so einteilen können, wie es für sie stimmt. Und dann sind wir Mütter auch im Bundeshaus keine Exotinnen mehr.